Mozilla-Chef tritt zurück

Nach nur elf Tagen im Amt ist der Mozilla Chef Brendan Eich zurückgetreten. Aufgrund einer Spende von 1.000 Euro an eine Kampagne gegen die Ehe von Homosexuellen vor sechs Jahren war der neue Chef schon kurz nach Amtsantritt unter Druck gekommen.

Rücktritt von Brendan Eich beste Lösung für Mozilla

Rücktritt von Brendan Eich - Foto

Nach nur elf Tagen trat Mozilla-Chef Brendan Eich zurück. Foto:
James Duncan Davidson

In der Presseerklärung bemüht sich Mozilla um Schadensbegrenzung. Einerseits möchte man klar machen, dass man sich gegen die Diskriminierung bestimmter sexueller Präferenzen richtet, andererseits aber nicht den Eindruck erwecken, die Stiftung gewähre keine Meinungsfreiheit. “Mozilla believes both in equality and freedom of speech”, schreibt das Vorstandsmitglied Mitchell Baker dazu.

Der Rücktritt von Brendan Eich ist deshalb für die Stiftung die beste Lösung. Ein Verbleib hätte für Unruhe gesorgt, mehrere Software-Firmen haben gedroht, Mozilla zu boykottieren und die Website OKCupid rief laut Berliner Zeitung ihre Kunden sogar dazu auf, einen anderen Browser zu nutzen. Auch innerhalb von Mozilla gab es Unruhe, viele Entwickler kritisierten die Wahl Eichs zum neuen Chef. Eine Abberufung durch den Vorstand hätte Mozilla aber dem Vorwurf mangelnder Meinungsfreiheit ausgesetzt.

Auch fachlich gab es Kritik an der Wahl. Denn Eich ist zwar langgedienter Mitarbeiter, hat aber wenig Erfahrung mit mobilen Betriebssystemen. Viele fordern deshalb einen Chef von außen, der hier mehr Wissen mitbringt, denn Firefox OS ist zurzeit wohl die größte Herausforderung für Mozilla.

Gut für Firefox OS

Für Firefox OS dürfte der Rücktritt von Brendan Eich deshalb eine gute Nachricht sein. Zwar hatte Brendan Eich dem Betriebssystem hohe Priorität eingeräumt, doch als Person hätte er den Anspruch Mozillas “anders zu sein” und damit auch die Glaubwürdigkeit der Stiftung untergraben. Das hätte nicht nur potentielle Kunden abgeschreckt, sondern auch Entwickler davon abgehalten, neue Apps für das Betriebssystem zu schreiben.

Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Vorstandsmitglied Mitchell Baker geht in ihrem Blogbeitrag auf das Thema gar nicht erst ein. Stattdessen nutzt sie das Schreiben, um Sympathie in der Netzgemeinde zurückzugewinnen. Der Vorfall zeige, warum man das Netz brauche, schreibt sie. Nur so könnten alle frei an jenen Diskussionen teilnehmen die man brauche, um eine bessere Welt zu schaffen.

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