Mobilfunkstandards

GSM-Netze (D- und E-Netz, 2G)

Mit dem D-Netz begann die Erfolgsgeschichte des Mobilfunks. Waren Auto- oder gar tragbare Mobiltelefone im analogen C-Netz noch etwas Besonderes, wurden sie nach dem Start des digitalen D-Netzes an 1992 in weniger als zehn Jahren zum Alltagsgegenstand. Mit Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone Deutschland) gab es neben der Bundespost (heute Deutsche Telekom) erstmals einen zweiten Anbieter und damit Konkurrenz im deutschen Mobilfunknetz.

Kurz darauf kam das E-Netz, das sich aber nur im Frequenzbereich vom D-Netz unterscheidet. Während im D-Netz der GSM-900-Frequenzbereich genutzt wird, ist es beim E-Netz der GSM-1800-Frequenzbereich, also die Bereiche rund um 900 beziehungsweise 1800 Megahertz. Das D-Netz nutzt beispielsweise den Frequenzbereich von rund 870 bis 921 Megahertz.  Mit E-Plus und VIAG Interkom (heute O2) betraten mit dem E-Netz auch zwei weitere Spieler das Feld.  

Während mit dem Umstieg vom A- auf das B- oder dem C- auf das D-Netz jedes Mal ein technologischer Fortschritt verbunden war, ist das D-Netz dem moderner klingenden Konkurrenten sogar überlegen, im niedrigeren der beiden Frequenzbereich ist nämlich die Reichweite höher. Allerdings verläuft die Grenze zwischen den Netzen längst nicht mehr so stark, auch T-Mobile (D1) und Vodafone (D2) besitzen nämlich Frequenzen im GSM-1800-Frequenzbereich.

Genutzt wird das Netz für Telefonie und das Versenden von Kurmitteilungen, für mobiles Internet ist es zu langsam.

UMTS (3G)

Rund 50 Milliarden Euro nahm die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2000 durch die Versteigerung der UMTS-Frequenzen ein, sechs Bieter bekamen damals den Zuschlag für einen Frequenzbereich. Geblieben sind nur vier, die gleichen, die auch die GSM-Netze betreiben.

Das UMTS-Netz zeichnet sich vor allem durch die deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit aus. Sie liegt bei einem Vielfachen des Tempos, das im klassischen GSM-Netz möglich ist. Von Beginn an wurde UMTS deshalb für die Übertragung von Daten konzipiert. Anfangs wurde es wegen der hohen Kosten vor allem von Geschäftsleuten genutzt, um mit Laptops unterwegs online zu gehen. Schnell kamen dann die ersten Blackberrys hinzu, aber erst mit dem Siegeszug moderner Smartphone und Tablet PCs wurde UMTS allgegenwärtig.

Man in Abgrenzung zum (in Deutschland nicht mehr gebräuchlichen) analogen Mobilfunk und zum klassischen Digitalen Mobilfunk mit GSM auch von der dritten Generation von Mobilfunk. Ist von einem 3G-Modem die Rede heißt das, dass das Gerät auch UMTS nutzen kann.

Neue Techniken wie High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) haben die Geschwindigkeit im Vergleich zum klassischen UMTS noch mal gesteigert, sie werden aber allgemein ebenfalls als Teil der dritten Generation von Mobilfunktechniken und auch von UMTS angesehen, zumal für diese neuen Techniken keine neuen Netze gebaut wurden, sondern nur die bestehenden Sendeanlagen aufgerüstet wurden.

Das UMTS-Netz ist aktuell noch etwas dünner als das klassische GSM-Netz, wo es keines gibt werden Daten automatisch über das klassische Handy-Netz übertragen, nur eben deutlich langsamer.

LTE (4G)

LTE steht für Long Term Evolution, also langfristige Entwicklung. Oft liest man alternativ auch die Bezeichnung 4G, also für den Mobilfunkstandard der vierten Generation.

Im Vergleich zu UMTS, auch zu dessen moderneren und schnelleren Spielarten, bedeutet LTE noch einmal einen deutlicher Geschwindigkeitsschub. In ländlichen Gebieten soll LTE deshalb auch stationär installiert werden und das DSL-Netz ersetzen.

Die Bundesregierung hat deshalb bei der Versteigerung der LTE-Lizenzen nicht wie zuvor bei UMTS allein hohe Einnahmen in den Mittelpunkt gestellt, sondern den Ausbau der Infrastruktur in ländlichen Gebieten vorgeschrieben. Anders als bei den anderen Netzen gab es hier von Beginn an nur drei Betreiber, nämlich die Deutsche Telekom, Vodafone und O2.

Bisher ist das LTE-Netz das dünnste der drei beschriebenen Netze. Hinzu kommt, dass nur wenige Smartphones überhaupt LTE-tauglich sind. Apple beispielsweise hat erst im Herbst 2013 mit den iPhones 5c und 5s zwei Geräte auf den Markt gebracht, mit dem sich das deutsche LTE-Netz gut nutzen lässt. Das iPhone 5 konnte war zwar ebenfalls LTE-tauglich, im unterstützen Frequenzbereich funkt aber in Deutschland nur die Telekom.