Alternativen

Nicht für jeden ist Firefox OS die beste Wahl. Vor allem zwei Betriebssysteme beherrschen bisher den Markt, iOS von Apple und das vor allem in Deutschland weit verbreitete Android. Doch auch Microsoft versucht mit seinem Betriebssystem Windows Marktanteile zu gewinnen.

iOS dürfte für die meisten Firefox OS Nutzer nicht als Alternative in Frage kommen, weil es eher auf teure Geräte ausgelegt ist, während Firefox OS eher im unteren Preissegment angesiedelt ist. Bleiben Android und Windows Phone. Ich habe beide getestet. Mehr zu Android und Windows Phone!

Android

In Deutschland ist Android mit klarem Vorsprung die Nummer 1 unter den mobilen Betriebssystemen und läuft auf mehr als 60 Prozent der Mobilgeräte. Herausgeber ist die Open Handset Alliance, der unter anderem die Deutsche Telekom angehört.

Google-Produkt

Doch der wahre Konzern hinter dem Betriebssystem ist Google. Denn Android-Geräte lenken die Nutzer nicht nur auf Googles Suche, Google Play ist auch der größte App Store, auch wenn es noch Alternativen wie beispielsweise AndroidPIT gibt. Dass sich Google den größten Teil des Kuchens einverleibt stört viele Mobilfunkanbieter seit langem, möglicherweise ein Grund, warum die Deutsche Telekom jetzt die Entwicklung von Firefox OS unterstützt.

Unfreie freie Software

Wie Firefox OS basiert Android auf einem Linux-Kern. Grundsätzlich ist auch Android eine offene Software, viele Teile des Gesamtpakets sind aber geschützt und außenstehende Entwickler haben wenig Einfluss auf das Betriebssystem. Eine von der EU finanzierte Studie bezeichnet Android daher als das am wenigsten offene Open-Source-Projekt für Mobiltelefone.

Die aktuellen 4.x-Versionen sind für Tablet PCs und Smartphones gleichermaßen entwickelt, während die 3.x Versionen vor allem für Tablets, die Versionen 1.x und 2.x dagegen für Smartphones geschrieben waren.

Geschlossene Welt

Anwendungen für Android werden meistens in Java geschrieben. Anders als die in HTML 5 geschriebenen Apps für Firefox OS laufen sie deshalb auch nicht ohne weiteres auf Smartphones mit anderen Betriebssystemen. Außerdem stellen Android und Android Apps höhere Anforderungen an die Ausstattung des Mobilgeräts als Firefox OS.

Fazit

Android ist das mit Abstand am weitesten verbreitete Mobil-Betriebssystem in Deutschland. Wen die starke Anbindung an Google löst, der kann sich zumindest teilweise selbst helfen, indem er Alternativen zu Google Play nutzt. Allerdings ist der Shop des Suchmaschinengiganten klar der mit dem größten Angebot.

Android bietet mehr Freiheiten als iOS. Das gilt auch für die Handyanbieter, die teilweise eigene Versionen von Android anbieten. Besonders weit hat sich Amazon von Android gelöst, das Amazons Fire OS gilt deshalb sogar als eigenständiges Betriebssystem, auch wenn es Android als Basis nutzt.

Windows Phone

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Windows Phone zu blicken. Die eine ist: “Da begebe ich mich, wie mit Android, in die Hand eines IT-Großkonzerns, nur ohne eine vergleichbare Auswahl an Apps”. Die andere lautet: “Ein professionelles Betriebssystem, das alle wichtigen Apps bietet, ohne dass man sich der Datenkrake Google ausliefert. Schließlich ist Microsoft längst nicht mehr der große Bösewicht, sondern schon fast ein bemitleidenswerte ID-Dinosaurier wie einst IBM.

Ich hänge eher der zweiten Meinung an, auch wenn mir unabhängige Anbieter wie Mozilla natürlich sympathischer sind. Allerdings bietet Windows Phone auch mehr Funktionalitäten und eine größere Auswahl an Geräten, vor allem seit der Übernahme der Nokia-Telefonsparte durch Microsoft. Nachdem o2 und congstar offenbar keine Firefox OS Handys mehr vertreiben, sind die Geräte Nokia neben Blackberry bei beiden Unternehmen auch fast die einzige Alternative zu Android und iOS.

Der erste Eindruck

Die Kacheloptik kennen einige Nutzer vermutlich schon von Windows 8. Dort war sie sehr umstritten und wurde bei Windows 10 auch wieder abgeschafft, auf dem Smartphone ist sie allerdings sehr praktisch. Die Kacheln lassen sich vergrößern, je nachdem wie wichtig die App ist kann sie mit der vier- und teilweise sogar der achtfachen Größe dargestellt werden.

Die wichtigsten Apps lassen sich auf den Startbildschirm legen, die übrigen werden dann in einer Gesamtübersicht angezeigt. Die Bedienung ist einfach und sehr übersichtlich, sie funktioniert sogar besser als mit Firefox OS.

Die Apps

Die wichtigsten Apps gibt es auch für Windows Phone, beispielsweise WhatsApp oder den DB Navigator der Deutschen Bahn AG. Wo Apps fehlen, schließen wie bei Firefox OS meistens für Mobilgeräte optimierte Seiten die Lücke, beispielsweise bei lokalen Verkehrsverbünden, die nicht immer eine Windows-Phone-App bereitstellen.

Was iTunes für iOS, das ist Xbox Music für Windows. Nachdem die iPod-Alternative Zune gescheitert war, war Microsoft mit der Spielekonsole Xbox so erfolgreich, dass man den Namen auch gleich für die Musik-App auf PC und Smartphone verwendete. Wie bei iTunes lässt sich darüber auch Musik kaufen. Auch Podcast können – oft kostenlos – abonniert werden. Die Verwaltung der Musik ist nicht so komfortabel wie mit dem iPod, aber sie funktioniert gut.

Verbindung mit Windows

Wer Windows auch auf dem PC nutzt, der hat ein paar Vorteile. Beispielsweise kann kostenlos ein Outlook-Konto angelegt werden. Wer PC und Smartphone über dieses Konto nutzt, der kann beispielsweise Dateien in die Datenwolke verschieben, hier OneDrive genannt. Der Platz dort ist natürlich begrenzt, wer mehr will, muss bezahlen, doch um beispielsweise einige Dokument von PC und vom Smartphone aus lesen zu können, reicht es leicht aus. Auch Bilder vom Smartphone lassen sich über den PC aufrufen, ohne dass das Smartphone vorher mit dem Rechner synchronisiert wurde.

Sehr gut funktioniert auch das Abfragen von E-Mails. Die Synchronisation erfolgt regelmäßig und zuverlässig. Auch Office-Dokumente lassen sich ansehen und sogar bearbeiten. Das Bearbeiten einer Word-Datei ist mit dem Smartphone natürlich mühsam, aber um einen Tippfehler zu korrigieren oder mal einen Text zu lesen, reicht es völlig. Die nötigen Programme findet man übrigens nicht unter dem Stichwort Word oder Excel, sondern über die Office-App, mit der sowohl Tabellen als auch Texte und Präsentationen geöffnet werden können.

Fazit

Mit Windows Phone liefert man sich natürlich wieder einem IT-Konzern aus, aber immerhin nicht der Datenkrake Google. Ein guter Kompromiss zwischen dem bisher leistungsschwachen Firefox OS und Android. Es gibt alle wichtigen Apps und über das Outlook-Konto können die Daten leicht mit dem PC synchronisiert werden. Während Firefox OS Handys nur von wenigen Verkäufern angeboten werden Nokia/Microsoft Smartphones von fast allen Telekommunikationsunternehmen oder auch Elektronikhändlern verkauft.